Laternenladen

Die „Laterne“ kommt

 

Das Konzept, Elektroautos direkt an Straßenlaternen zu laden, ist so einfach wie smart. Die Anfragen nach der Laternen-Variante des Ladepunkts ‚Berlin‘ nehmen zu.

„Die Integration von Steckdosen in vorhandene Infrastruktur wie Straßenlaternen [...]“ ist eine „[...] grundsĂ€tzlich verfĂŒgbare technische Lösung“. So stellen es die Autoren des bundesweiten Förderaufrufs zur Errichtung von Ladeinfrastruktur im Rahmen des ‚Sofortprogramms Saubere Luft 2017 bis 2020‘  vom 4. Januar dieses Jahres fest. Richtig liegen die Mitarbeiter des Ministeriums auch mit der Darstellung des ‚Laternenladens‘” als Low-Cost-Ladeinfrastruktur und begrĂŒnden weiter: „Derzeit fehlen fĂŒr viele AnwendungsfĂ€lle bezahlbare Lademöglichkeiten, an denen lĂ€ngere Zeit geparkt wird und geladen werden kann, zum Beispiel ĂŒber Nacht. Dadurch wird verhindert, dass die Betroffenen Elektrofahrzeuge als eine echte MobilitĂ€tsalternative in Betracht ziehen. Ein Beispiel sind Nutzer, die entweder keinen festen Stellplatz haben oder diesen nicht mit einem Ladepunkt ausstatten können.“

Ähnlich wĂŒrde es lauten, mĂŒsste das Berliner Start-up und Partner der Bender GmbH & Co. KG, ebee smart technologies GmbH seinen GrĂŒndungsmythos formulieren. In der Tat lag die Vision des 2011 gegrĂŒndeten Ladeinfrastrukturherstellers von Anfang an darin, im öffentlichen Raum vorhandene elektrische Infrastruktur fĂŒr das Laden von Elektroautos zu nutzen. Daraus hervorgegangen ist der von ebee entwickelte und vertriebene Ladepunkt ‚Berlin‘, der aufgrund seiner schlanken Hardware fĂŒr die rasche und unkomplizierte Montage an Straßenleuchten, ebenso an WĂ€nden, Stelen oder Stadtmöbeln geeignet ist.

 

Minimaler Aufwand, geringer Platzbedarf

„Drei Löcher in den Mast gebohrt und dreißig Minuten Arbeitszeit einer Elektrofachkraft” – mehr braucht es laut ebee-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Robert Weyrauch nicht, um den Ladepunkt  ‚Berlin‘ an einer Straßenlaterne anzuschließen. Als Mindestvoraussetzungen fĂŒr eine Montage nennt ebee dabei einen Mast-Mindestdurchmesser von 115 mm sowie eine Mast-MindestwandstĂ€rke von etwa 5 mm. Aufseiten der elektrischen Zuleitungen sollte eine Leuchtenanschlussphase eine zusĂ€tzliche Last von mindestens 10 A tragen können: Dies entspricht dem Minimal-Ladeszenario mit 2,3 kW. Unter der Voraussetzung eines 3-phasigen Anschlusses besteht die Möglichkeit, das Szenario bis 22 kW zu erhöhen. Schließlich und endlich muss auch eine Parkmöglichkeit in direkter NĂ€he zur Straßenlaterne bestehen. Ein Gehweg zwischen Parkplatz und Laterne, ĂŒber den das Ladekabel gezogen werden mĂŒsste, stellt laut ebee-Team einen der wenigen „echten“ HinderungsgrĂŒnde fĂŒr eine Projekt-Finalisierung dar.

Bezahlbar, zukunftsorientiert und flexibel

Von Anfang an war den ebee-Entwicklern klar, dass ihr Produkt den hohen zukĂŒnftigen Anforderungen an die intelligente Steuerung von Ladeszenarien gerecht werden muss. Dabei war die im Jahr 2014 entstandene Investitions-und Produktionspartnerschaft zwischen Bender und ebee ein Meilenstein auf dem Weg zum heutigen Markterfolg. Mit der Entwicklung eines kompakten Ladereglers von Bender gelang dies, bei gleichzeitiger Anpassung an das schlanke Hardwarekonzept des Ladepunktes ‚Berlin‘. So stellt die ebee-Laternenlösung, dank des Bender-Ladereglers CC612 fortschrittlichste Ladeintelligenz bereit und wird den hohen Anforderungen an die komplexen Ladeszenarien (smart charging) der Zukunft gerecht.

FĂŒr kommunale Betreiber liegen die Vorteile des Laternenladens auf der Hand: Durch die Nutzung bestehender elektrischer Infrastruktur entfallen kostenintensive Erd- und Installationsarbeiten. Zudem lassen sich Laternenladepunkte bei BedarfsĂ€nderungen schnell ab- und andernorts wieder montieren. Das macht deren Installation nicht nur im Zuge vom Neubau, sondern auch bei der Modernisierung oder Sanierung von Straßenbeleuchtung interessant.

Technische Vorbehalte ausgerÀumt

Trotzdem bestehen bei BĂŒrgermeistern und Stadtwerken immer wieder Vorbehalte hinsichtlich einer Entscheidung fĂŒr das „Laternenladen“ in ihrer Gemeinde. Diese gelten etwa einer vermeintlich zu langen Ladedauer aufgrund niedriger Ladeleistungen an den Laternen. Außerdem sehen einige das Problem einer nicht separaten Energie-Abrechenbarkeit oder in einem zu geringen Zuleitungsquerschnitt des Beleuchtungsnetzes. Oft stellt sich auch die Frage, woher der Strom fĂŒr den Ladepunkt tagsĂŒber kommen soll, also dann, wenn die Beleuchtung ausgeschaltet ist. „Die technischen Vorbehalte können in den meisten FĂ€llen bereits im Verlauf des ersten KundengesprĂ€chs ausgerĂ€umt werden”, ergĂ€nzt Robert Weyrauch hierzu. So ist seit der UmrĂŒstung der öffentlichen Beleuchtung auf LED-Technik zumeist ausreichend Strom in den Laternen ĂŒbrig. Aufgrund seiner TAB-nahen Konzeption ermöglicht der Ladepunkt ‚Berlin‘ darĂŒber hinaus die Einrichtung eines öffentlichen ZĂ€hlerplatzes samt elektronischem, MID-geeichten HaushaltszĂ€hler und intelligenter Datenkommunikation. Im Falle dĂŒnner Querschnitte der elektrischen Zuleitungen kann die Ladepunktleistung durch den intelligenten Laderegler gedrosselt werden.

Das Tag-Nacht-Problem schließlich stellt sich nicht im Falle eines Verteilnetzes, zumal hierbei die Straßenleuchten separat am Hauptstrang angeschlossen sind und somit auch tagsĂŒber bis zum KabelĂŒbergang ausreichend ElektrizitĂ€t vorhanden ist. Im Falle eines Beleuchtungsnetzes, also der Schaltung der Leuchten kompletter StraßenzĂŒge erst bei DĂ€mmerung, können vorhandene Phasen auch auf Dauerstrom geschaltet werden. Diese stehen dann auch tagsĂŒber stromfĂŒhrend den Laternenladepunkten zur VerfĂŒgung. Die nunmehr trennbare Schaltung von Beleuchtung und Ladepunkt erfolgt ĂŒber Rundsteuerung, bzw. ĂŒber eine Schnittstelle des Ladepunktcontrollers.

Mehr Ladepunkte als Tankstellen: Parken = Laden

Es ist insbesondere der öffentliche Raum in StĂ€dten, in dem das Laternenladen seinen Nutzen entfaltet – dort also, wo mangels privater Garagen an Straßen und PlĂ€tzen geparkt wird. Hierbei kommt die mobilitĂ€tskulturelle Seite des ‚Laternenladens‘ zum Tragen. So mag die BefĂŒrchtung, dass die fĂŒr einphasige Laternenladepunkte anvisierten 2,3 kW bis 7 kW Ladeleistung fĂŒr die Nutzer nicht ausreichen, einer alten Tankstellen-Gewohnheit entspringen, die „suchen, fĂŒllen, fahren” lautet. Laternenladepunkte sind hingegen aufgrund ihrer Kosteneffizienz fĂŒr eine breite Ausstattung des öffentlichen Raums mit Ladepunkten konzipiert. Das Suchen nach ihnen soll damit entfallen. Aufgrund der mehrheitlich gefahrenen Kurzstrecken besteht zudem meist keine Notwendigkeit zum Vollladen – Nachladen ist die Devise. Zu guter Letzt bescheren viele Parksituationen, wie etwa am Arbeitsplatz oder wĂ€hrend der Nachtstunden aufgrund ihrer höheren Parkdauer, am Ende gleichwohl gefĂŒllte Batterien, denn bereits ein 3,6 kW-Laternenladepunkt speist stĂŒndlich etwa 25 Kilometer Fahrstrecke ein.

Die Zukunft des Laternenladens nimmt an Fahrt auf. So beliefert ebee den Gewinner der Berliner Ausschreibung Allego exklusiv mit Laternenladepunkten fĂŒr den öffentlichen Betrieb. Laternen-Pilotprojekte auf Basis des ebee-Ladepunktes ‚Berlin‘ sind in Bottrop, Aachen Hannover und Köln realisiert. Im November 2017 weihte der Stromnetzbetreiber E.DIS seinen ersten Laternenladepunkt ‚Berlin‘ im brandenburgischen Großbeeren ein. Bislang sind außerdem drei ebee-Bender-Kundenunternehmen mit ihren eigenen Laternenladepunktlösungen auf Basis des Laderegleres CC612 im nationalen und internationalen Vertrieb erfolgreich.

Die Infrastrukturbetreiber nehmen die Möglichkeiten des  ‚Laternenladens‘ zunehmend zur Kenntnis. Nun sind auch die Autofahrer selbst gefragt, ob sie sich in Zukunft vom ebee-Leitspruch fĂŒr Laden im öffentlichen Raum inspirieren lassen:

„Wir fahren nicht zum Laden, sondern wir laden, wenn wir (an der Laterne) parken.“

Dipl. Pol. Peter Wilhelm, ebee smart technologies GmbH, Berlin

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