Bender beteiligt sich an Forschungsprojekt zu elektrischen Flugzeugen

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Die Zukunft des Flugverkehrs ist elektrisch. Bender entwickelt ein Isolationsüberwachungssystem für vollelektrische Flugzeuge.

Die Zukunft des Flugverkehrs ist elektrisch. Ziel ist es, Flugzeuge ressourcenschonender herzustellen und das Fliegen leiser und umweltfreundlicher zu machen. In dem von der EU initiierten Clean Sky Programm sollen die Grundlagen für klimafreundliches Fliegen erforscht werden. Im Sommer dieses Jahres ist im Rahmen dieses Programms das Projekt IMITAES gestartet, das sich mit elektrischer Sicherheit beschäftigt. Hier ist Bender maßgeblich beteiligt.

IMITAES steht für Insulation Monitoring for IT Aircraft Electrical Systems (Isolationsüberwachung für elektrische IT-Systeme in Flugzeugen). Dieses Projekt hat eine Laufzeit bis Mitte 2023. Bis dahin soll eine Machbarkeitsstudie und der Laboraufbau für ein funktionierendes Hochleistungs-System in Elektroflugzeugen erstellt werden. Koordiniert wird dieses Prestigeprojekt von der Universität Sheffield, Flugzeug-Triebwerkhersteller Rolls Royce stellt als Topic Manager den Anforderungskatalog zusammen und die Hardware kommt von der auf elektrische Sicherheit spezialisierten Firma Bender aus dem hessischen Grünberg. Die Fördersumme für das Gesamtprojekt liegt bei 700.000 €, knapp die Hälfte davon geht an Bender.

Elektrische Flugzeuge – eine neue Herausforderung im Flugzeugbau

Zwar haben bereits traditionell mit Turboprop- oder Turbofan-Triebwerken ausgestattete Flugzeuge ein elektrisches Bordnetz für Steuerungen und das Bordentertainment-System, die Anforderungen steigen bei einem rein elektrisch betriebenen Flugzeug allerdings enorm. Derzeit verwenden große Passagierflugzeuge Bordnetze mit 270 Volt Gleichspannung und 115 oder 230 Volt Wechselspannung. In Elektroflugzeugen werden für die elektrisch oder hybrid-elektrisch betriebenen Triebwerke viel höhere Spannungen und deutlich höhere Leistungsmengen im Megawatt-Bereich benötigt. Um einen sicheren und zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten, müssen Kabel, Steuerungen und andere elektrische Komponenten für diese hohen Spannungen und Leistungen ausgelegt sein. Gleichzeitig müssen neuartige Komponenten entwickelt werden, die die elektrische Sicherheit für den Nutzer und das Flugzeug garantieren. Bender soll deshalb ein innovatives Isolationsüberwachungssystem entwickeln, demonstrieren und liefern, das für die elektrische Luftfahrt geeignet ist. Die Überwachungstechnik muss auch unter extremen Umweltbedingungen zu 100 Prozent sicher funktionieren. Demnach müssen alle Bauteile sowohl den hohen mechanischen Belastungen, wie etwa Vibrationen, als auch unterschiedlichen Luftdrücken, extremen Temperaturen, Höhenstrahlung und Luftfeuchtigkeit standhalten.

Für Bender ist es eine große Ehre, an dem Projekt mitarbeiten zu können. „Wir sind in allen Märkten, welche elektrische Sicherheit erfordern, aktiv, wie beispielsweise Industrieanlagen, Schiffbau, Krankenhäusern oder im Bereich der E-Mobilität. Es ist eine logische Konsequenz, dass wir auch in diesem neuen Anwendungsbereich unsere Erfahrung und Kompetenz einsetzen, um Strom in der elektrischen Luftfahrt verfügbar, intelligent und sicher zu machen“, sagt Mario Lehr, Vice President Business Unit eMobility bei Bender. Die Isolationsüberwachung in ungeerdeten Netzen (IT-Systeme) ist eines der Kerngeschäftsfelder des Mittelständlers aus Hessen. Die Firma erhofft sich, dass sie auch an Folgeprojekten beteiligt wird. Für IMITAES wurde extra ein Mitarbeiter eingestellt.

Hintergrund: Clean Sky ist ein gemeinsames Programm der Europäischer Kommission und der europäischen Luftfahrtindustrie. Es soll Forschungsaktivitäten koordinieren und finanzieren, um leisere und umweltfreundlichere Flugzeuge zu liefern. Triebwerkshersteller Rolls Royce ist Topic-Manager des IMITAES-Projekts und einer der Sponsoren des Clean Sky Programms. IMITAES ist ein Projekt innerhalb von Clean Sky. Die Laufzeit beträgt zwei Jahre und endet am 30. Juni 2023. Die Bender GmbH & Co KG ist Marktführer für elektrische Isolationsüberwachungssysteme. Die Unternehmensgruppe mit Hauptsitz im hessischen Grünberg hat mehr als 1.100 MitarbeiterInnen in 15 Ländern der Erde.

 

Projektseite der Europäischen Kommission: https://cordis.europa.eu/project/id/101008082

Projektseite der University of Sheffield: https://www.sheffield.ac.uk/highreliabilitydrives/projects/imitaes

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