MONITOR_02_2018_DE

| MONITOR | 1/2016 49 2/2018 | MONITOR | raxis Seite B Praxisgerechte Ausführung des zentralen Erdungspunktes wissen Im Idealfall ist jedoch die gesamte Anlage ab dem Transformator im TN-S-System zu errichten, so dass letztlich nur ein einziger, sogenannter zentraler Erdungs- punkt installiert wird. Durch diesen Auf- bau werden die o. g. unerwünschten Störströme komplett vermieden. Für den Betrieb der elektrischen Anlage wird zu- dem das maximale Niveau für elektroma- gnetische Verträglichkeit gewährleistet. Außerdem bietet dieser Aufbau einen weiteren, entscheidenden Vorteil: An dem zentralen Erdungspunkt kann ein spe- zieller Wandler zur Überwachung der gesamten Ableit- und Fehlerströme der elektrischen Anlage eingesetzt werden. An dieser Messstelle fließt der gesamte Ableitstrom der Anlage. Sprunghafte Ver- änderungen im gemessenen Ableitstrom weisen auf eine neue PE-N-Brücke, eine PE-N-Vertauschung oder einen nieder- ohmigen Erdschluss hin. Hier lohnt sich der Einsatz eines Differenzstromüber- wachungsgeräts mit Historienspeicher. Anhand der Datenlogger und Alarmmel- dungen des Geräts lässt sich genau nachvollziehen, wann signifikante Verän- derungen im Strom über den ZEP auftre- ten. Daran lässt sich in der Praxis auch die Verursachung (z. B. Wartungsarbeiten in Anlagenteilen) ableiten und der Fehlerort eingrenzen. Dipl.-Wirtsch.-Ing. Michael Faust Bender Akademie So kann über die gesamte Lebensdauer der Anlage garantiert werden, dass das TN-S-System auch „sau- ber“ bleibt und keine ungewollten Verbindungen zwi- schen Neutralleiter und Erde entstehen (z. B. durch Wartungsarbeiten oder Fehler bei der Installation und Erweiterung). a) Transformatorsternpunkt nicht direkt erden b) Zentraler Erdungspunkt der Hauptverteilung (HV) mit Überwachung Empfohlener Aufbau im TN-C-S-System mit überwachtem, zentralen Erdungspunkt a) b) N L3 L2 L1 PE Anlage Körper Datenleitung Körper Stromquelle

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