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2/2017 | MONITOR | 27 Sicherheit durch Isolationsüberwachung Brandschutz in Windkraftanlagen Ein Brand in einer Windenergieanlage kann ver- heerende Folgen haben. Diese ist dann meist nicht mehr zu retten und muss als millionenschwere Ab- schreibung verbucht werden. Aus dem bekannten VdS-Leitfaden zur Brandsicherheit [1] wird zu diesem Thema ein „Unzureichendes elektrisches Schutzkon- zept im Hinblick auf Isolationsfehlererkennung und Selektivität der Abschaltung“ als wesentliche Ursache genannt. Dahinter verbirgt sich jedoch ein hohes Einsparpotenzial für Betreiber, Betriebsführer und Versicherer. Mit dem richtigen Schutzkonzept, das die Isolations- fähigkeit der elektrischen Anlage überwacht, lassen sich Fehler in der Regel frühzeitig detektieren und abwenden. Der Isolationswiderstand gibt Aufschluss über die Qualität der elektrischen Anlage und ist Indikator für sich anbahnende Fehler. Somit können nicht nur direkte Isolationsfehler, z. B. abgescheuerte Kabelisolierungen, entdeckt werden, sondern auch andere Fehler im elektrischen System, die sich auf den gesamten Isolationswiderstand der Anlage auswirken. Für die Auswahl der richtigen Schutztechnik ist der Aufbau der elektrischen Systeme und der gewähl- ten Netzform ausschlaggebend. In Deutschland sind TN-Systeme (geerdete Systeme) [2] üblich und sehr verbreitet. Dabei liegen die Vorteile eines IT-Systems (ungeerdete Systeme) [3] vor allem für Windkraftanlagen klar auf der Hand: In einem IT-System können bei einem ersten Fehler weder hohe Fehlerströme (hohe Brandsicherheit) noch gefährliche Berührspannungen für Personen (Schutz gegen indirektes Berühren) entste- hen. Ein Weiterbetrieb ist ohne jegliche Gefahr möglich. Einige deutsche Hersteller von Windenergieanlagen haben diese Vorteile erkannt und betreiben ihre Anlagen bereits im IT-System. Ob geerdet oder ungeerdet ausgeführt – in jedem Fall sollte eine geeignetes Messkonzept vorhanden sein: für ungeerdete Systeme ein Isolationsüberwachungsgerät oder besser zusätzlich noch mit einer Einrichtung zur Isolationsfehlerlokalisierung, für geerdete Systeme ein Differenzstrom-Überwachungsgerät (RCM). Bender bietet hierbei weltweit bewährte, praxiserprobte und zuverlässige Geräte sowie ganzheitliche Lösungen an, ummögliche elektrische Gefährdungen frühzeitig zu erken- nen. Die Sicherheit von Personen und Anlagen wird damit gewährleistet, da kritische Betriebs- und Anlagenzustände rechtzeitig erkannt und gemeldet werden können. Durch präventives Eingreifen ist eine hohe Anlagenverfügbarkeit sichergestellt, Ausfallrisiken und Betriebsunterbrechungen werden auf ein Minimum reduziert. TECHNIK & E INSATZ [1] VdS: 3523 - Windenergieanlagen-Leitfaden für den Brandschutz, 2008, VdS Verlag [2] In TN-Systemen (geerdete Systeme) ist der Sternpunkt des speisenden Transformators mit der Erde verbunden [3] In IT-Systemen (ungeerdete Systeme) haben aktive Leiter keine leitende oder niederohmige Verbindung zum Potentialausgleich (Erde) M. Sc. Michael Breuer, S-EMEA

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