Bender_Monitor_2021_75_DE

52 Mit steigenden Fördergeldern für den Aufbau einer solchen Ladeinfrastruktur kommen immer mehr Player und Produkte auf den Markt, was dem Verbraucher den Überblick erschwert und zur Verunsicherung beiträgt. Bei dem angestrebten Hochlauf und den immer komplexeren Anforderungen in Kombination mit einer kürzeren Time-To-Market darf das Thema „Elektrische Sicherheit“ nicht vergessen werden. Grundsätzlich gilt: Die Anforderungen an eine sichere und zugleich interoperable Ladeinfrastruktur sind in den nationalen, europäischen und inter- nationalen Normen insbesondere im Bereich des kabelgebundenen Ladens mit Wechselstrom bereits heute gut beschrieben und haben sich in der Praxis bewährt. Dabei kommt es immer wieder zu Missver- ständnissen bei bestimmten Formulierungen und Anforderungen der Normen. Ein sehr häuf‌ig auftretendes Missverständnis im Bereich des kabelgebundenen Wechselstromladens nach Ladebetriebsart 3 – im Folgenden kurz als Mode- 3-Laden bezeichnet – besteht darin, dass eine Fehlerstromschutzeinrichtung (RCD) vom Typ B für jeden Ladepunkt verbaut werden muss. Die in den relevanten Normen als gleichwertig beschriebene Normung Bender Group _ Smartes Schutzkonzept für AC-Ladeinfrastruktur nach Ladebetriebsart 3 Mit der Verpflichtung der Bundesregierung, die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2030 insgesamt um 55 % gegenüber 1990 zu senken, vergeht kein Tag, an dem nicht über die Elektri- f‌izierung des Straßenverkehrs sowie über die dafür notwendige, flächendeckende und zuverlässige Lade- infrastruktur gesprochen wird. Lösung eines RCD Typ A in Kombination mit einer 6 mA-DC-Fehlerstromüberwachung und Abschalt- einrichtung (kurz RDC-MD nach IEC 62955:2018-03) hingegen f‌indet in vielen Fällen unberechtigter Weise keine Berücksichtigung und wird sogar als unsicher bezeichnet. Diese nicht auf Tatsachen basierende Aussage soll mit diesem Artikel klargestellt werden. Dabei wird die in vielen Punkten vorteilhafte Kombination aus RCD Typ A und RDC-MD als zentrale Komponente im Gesamtsicherheitskonzept einer normkonfornmen Mode-3-Ladeeinrichtung vorgestellt. Smartes Schutzkonzept für Mode-3-Ladeinfrastruktur Grundsätzlich steht im Bezug auf die elektrische Sicherheit beim Mode-3-Laden das Missverständ- nis im Raum, dass beim Auftreten eines DC- Fehlerstromes > 6 mA eine sichere Trennung der Stromquelle erfolgen muss. Dies wiederum führt zur Interpretation, dass die Anforderung nur durch einen RCD Typ B erfüllt werden kann. Dazu gilt es zunächst auf die aktuelle Normenlage hinzuweisen. Für die elektrische Sicherheit einer Mode-3-Ladeinfrastruktur sind die für den Anschluss

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